Standortmarketing in Bonn

Inhalte und Organisationsstrukturen eines neuen Standortmarketings der Bundesstadt Bonn

von: Guido Déus, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeitsförderung und Obmann der CDU-Ratsfraktion Bonn

„Das Tourismus- und Kongressgeschäft in Bonn und der Region gehören inhaltlich zusammen und dennoch erscheint diese Kombination als „Zukunftsaufgabe“ einer kriselnden T&C höchstens mittelfristig durchsetzbar.Aufgrund der besonderen des WCCB´s für die Stadt Bonn wird das Kongressgeschäft für Bonn neui geordnet werden müssen. Das heißt für die T&C, dass sie sich in Bezug auf ihre Kerntätigkeiten ebenfalls neu aufstellen muss.“

Warum ist das so?

Im Zusammenhang mit den Diskussionen (zu: Finanzsituation, Strategie, Positionierung, Finanzierung, Führung) um die Situation der T&C hat die Bonner Politik in den letzten 1,5 Jahren einige Erkenntnisse gewonnen. Dabei ist auffällig, dass die Politik parteiübergreifend selten derart einig war:

1. In der T&C ist eine inhaltlich – gemeint ist den Kunden gegenüber – hervorragende und anerkannt gute Leistung erbracht worden, die Bonn und die Region im heutigen europäischen „Wettbewerb der Regionen“ vorangebracht hat.

2. In der T&C ist es aber gleichsam versäumt worden „Strategien und Zukunftsperspektiven“ unter geänderten Rahmenbedingungen – Finanzierungsgrundlage nach Verkauf der Haupteinnahmequelle (Ticketing) – zu entwickeln und im Dialog mit den Akteuren voranzubringen.

3. Die Interessen von Bonn und der Region scheinen im Bezug auf den Tourismus sehr einfach, im Bezug auf ein Kongressmarketing - unter der Prämisse eines fertig gestellten WCCB und der damit für Bonn steigenden Bedeutung - derzeit aber nur schwer in Einklang zu bringen zu sein. Hier muss eine neue Aufgabenverteilung vorgenommen werden.

4. Die Stadt Bonn hat in der T&C keine ihrem finanziellen Zuschuss entsprechende Steuerungsmöglichkeiten.

Aber die im Rahmen der vielfältigen Diskussionen gesammelten Erkenntnisse gingen mit der folgenden Erkenntnis weit über die Thematik T&C hinaus:

-
Die Stadt Bonn besitzt bisher kein „städtisches Marketingkonzept“, das sich in ein entsprechende Gesamtkonzept der Region einbetten ließe und arbeitet mit vielen verschiedenen Fachämtern (von Bonn Info, Wirtschaftsförderung, Internationales, Sport, Kultur, etc.) an der Vermarktung der Stadt.


Aus diesen miteinander verwobenen Erkenntnissen hat die Politik im vergangenen Jahr parteiübergreifend insbesondere drei Konsequenzen gezogen:

1. Die Forderung nach der Erarbeitung einer „eigenständigen“ Marketingkonzeption für Bonn.

2. Die Forderung nach einer Bündelung der in Bonn bislang sehr verstreuten agierenden Kräfte.

3. Die Forderung einer erforderlichen Neuausrichtung der T&C im Dialog mit allen Partnern.

Die Politik hatte die Verwaltung bereits in der Ratssitzung am 16. Dezember 2010 beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Partnern T&C und BCP einen „Erfahrungsbericht über das Interimskonzept Kongressstandortmarketing“ sowie ein „Standortmarketingkonzept“ bis spätestens zur Sommerpause 2011 vorzulegen. Dabei sollte dargestellt werden, wie das Kongressstandortmarketing für Bonn mittel- bis langfristig betrieben werden könnte.

Unmittelbar vor den Sommerferien 2011 lag kein Konzept vor und so beschloss der Rat in seiner Sitzung am 21. Juli 2011 wiederum einstimmig folgende Punkte:

- Die Verwaltung wurde beauftragt, unmittelbar mit einer Ist-Aufnahme der gesamtstädtischen Marketingaktivitäten mit dem Ziel der Erstellung eines Konzeptes zur Neuausrichtung des Marketings in Bonn zu beginnen.

- Dabei sollte auf der Basis einer zu definierenden klaren Zielstellung für das städtische Marketing besonders untersucht werden, welche Aktivitäten aufgabenbezogen bzw. dezentral organisiert werden sollten und welche Aufgabenbestandteile besser in einer zentralen Organisationseinheit zusammengefasst werden können.

- Die Organisationsüberprüfung sollte (auch zur Einbindung „privater Dritten“ ergebnisoffen - besonders auch im Hinblick auf mögliche Rechtsformen einer zentralen Marketingeinheit - erfolgen.

- Zur Unterstützung der internen Organisationsberater sollte ein externes Beratungsunternehmen hinzugezogen werden, das über Referenzen bei der Neuausrichtung kommunaler (Kongress-) Marketingaktivitäten verfügt. Insbesondere sollten die Beraterinnen und Berater in der Lage sein, konkrete Fragestellungen zu beantworten, die sich ergeben, wenn privat-rechtliche Organisationsformen in die weiteren Überlegungen einbezogen werden (z.B. Gesellschafts- und Steuerrecht).

- Dabei sollten die bestehenden Beteiligungen der Stadt (z.B. T&C) explizit in die Bestandsaufnahme und weiteren Überlegungen zur Neuausrichtung einbezogen werden. Auch sollten Empfehlungen zur Gestaltung der Schnittstellen zwischen Verwaltung und externen Beteiligten gegeben werden.

- Ein vordringlicher Schwerpunkt der Organisationsüberprüfung sollte die Neuausrichtung des Kongressstandortmarketings sein, besonders vor dem Hintergrund der Vielzahl der derzeit beteiligten Akteure.

- Bis zur Sitzung des Hauptausschusses am 13.10.2011 sollte die Verwaltung die Ausschreibung des Beratungshauses mit einem detaillierten Leistungsverzeichnis unter Beteiligung der wirtschaftspolitischen Sprecher vorbereiten.

-
Die Organisationsüberprüfung und die Vorstellung des Konzeptes sollten so dann im ersten Quartal 2012 erfolgen.

- Das Interimskonzept 2011 für das Kongressstandortmarketing sollte fortgeführt werden, bis das neue Konzept umgesetzt ist. Hiermit sollte sichergestellt werden, dass die über das Interimskonzept durchgeführten Marketingaktivitäten ohne Bruch fortgeführt und sich nahtlos in das dann neu erstellte Konzept einfügen können.


Das Kongressstandortmarketing ist ein wichtiger Baustein des städtischen Marketings, der mit weiteren aufeinander abgestimmten Marketingbausteinen und deren Maßnahmen das gesamtstädtische Marketing umfasst. Das gesamtstädtische Marketingkonzept wiederum ist aus einer übergeordneten Gesamtstrategie abzuleiten. Diese galt und gilt es als Konsequenz der festgestellten Defizite zu entwickeln.

Ziel eines neuen Kongressstandortmarketings für die Stadt Bonn muss es sein, den Erwartungen der Privatwirtschaft und lokalen als auch regionalen Partnern zu entsprechen sowie gemeinsam eine Struktur zu entwickeln, die eine effektive Kooperation ermöglicht. Hierzu bedarf es klarer Konturen und Aufgabenzuordnungen sowie einen durch die beteiligten Akteure zu stellenden, verlässlichen Finanzrahmen.

Die Inbetriebnahme der Erweiterungsbauten des WCCB ist in 2013 vorgesehen, d.h. es bedarf spätestens bis zu diesem Zeitpunkt einer operativ schlagkräftigen Struktur, um die anstehenden Vermarktungsaufgaben zu bewältigen und sich im nationalen und internationalem Kongress- und Tagungsmarkt zu positionieren.

Aufgrund der hohen überregionalen Konkurrenzsituation der Kongressstandorte und des erzwungener maßen extrem hohen Engagements der Stadt bei der Fertigstellung des WCCB ist daher ein intensives Standortmarketing für Bonn unabdingbar. Die Akquirierung großer Veranstaltungen benötigt überwiegend einen zeitlich sehr langen Vorlauf (mehrere Jahre). Kongressstandortmarketing mit seinen zielgerichteten und imagefördernden Marketingmaßnahmen ermöglicht die nachhaltige Positionierung des Kongressstandorts Bonn im nationalen und internationalen Wettbewerb.


Nur durch den direkten, kontinuierlichen Kontakt zu Kunden und Branchenpartnern steuert das Kongressstandortmarketing die einheitliche Außenwirkung und die Akquise von nationalen und internationalen Tagungen, Kongressen und Veranstaltungen für den Standort. Bonn muss hierbei zukünftig stärker und zielgerichteter agieren und „die Fäden in der Hand halten“.

Operativ sind im Kongressstandortmarketing derzeit vier wesentliche Akteure für Bonn tätig:

a) Tourismus- & Congress GmbH (T&C)

b) Fördergemeinschaft Bonn Conference Partners (BCP)

c) Bonn Conference Center Management GmbH (BonnCC)

d) Stadtverwaltung Bonn (mit div. Fachämtern)

Wie sind nun ganz aktuell die Vorstellungen der Verwaltung zum weiteren Vorgehen zur Neuordnung des Stadtmarketing und zur Umsetzung der politischen Beschlüsse?

Zur Neuorganisation des Stadtmarketings ist ein Vorgehen in zwei parallel laufenden Projekten vorgesehen. Wegen der besonderen Bedeutung des Kongressstandortmarketing wird dieses als eigenes Projekt aufgesetzt. Parallel hierzu wird in der Verwaltung ein Prozess zur umfassenden Reorganisation des Stadtmarketing angestoßen. Beide Projekte werden getrennt voneinander vorangetrieben, dabei werden jedoch Zwischenergebnisse in die laufenden Untersuchungen gegenseitig einbezogen.


Zeitlich und inhaltlich ist folgendes Vorgehen vorgesehen:

1. Neuorganisation des Kongressstandortmarketing

- Beauftragung des Beratungshauses nach Beschluss im Vergabeausschuss am 8.12.11
- Briefing der Berater durch Verwaltung & Politik im Dezember 2011
- Januar/Februar 2012: Durchführung von Einzelinterviews mit allen relevanten Akteuren der Kongresswirtschaft in Bonn
- März 2012: Zwischenbericht mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zur Diskussion in Verwaltung und Politik
- April/Mai 2012: Erarbeitung eines konkreten Soll-Konzeptes und Abschlusspräsentation in den politischen Gremien

2. Neuorganisation des Stadtmarketing allgemein

- Dezember: Einberufung des (Verwaltungs-) Arbeitskreises Bonn Marketing zur Verständigung auf Aufgaben und Ziele des Reorganisationsprozesses
- Anfang 2012: Festlegung der zu untersuchenden Verwaltungsbereiche auf der Grundlage einer einheitlichen Marketingdefinition
- Bis Mitte 2012: Ist-Aufnahme in den Fachbereichen durch ein städtisches Organisationsteam (wer macht was mit welchen Mitteln?) und Erarbeitung eines Sollkonzeptes und Diskussion des Konzeptes in Verwaltung und Politik

Wir haben es mit äußerst komplexen und nicht heterogenen Strukturen sowie sehr unterschiedlichen Akteuren zu tun. Die Widerstände gegen Veränderungen sind intern wie extern immens. Und dennoch stehen wir in der Verantwortung, Bonn unter der Prämisse eines fertig gestellten WCCB konkurrenzfähig zu machen, uns stark aufzustellen, zerstreute Kräfte zu bündeln.

Dies wollen und werden wir im Dialog mit allen Akteuren – insbesondere auch der Privatwirtschaft – tun. Ohne deren Mitwirken geht es nicht und wir sind uns dabei bewusst, dass man sicherlich nicht einfach mit Gottvertrauen ins „Stadtsäckel“ einzahlen wird ohne dass ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht vorgesehen wird.

Die Konsequenz hieraus lautet, dass wir zunächst unsere geschilderten Hausaufgaben erledigt müssen. Wir müssen eine Betriebsform finden, die auch außerhalb der Bonner Stadtverwaltung überzeugt. Und wir müssen zunächst einmal unabhängig hiervon der T&C eine Zukunft geben.

Wie dargestellt, sehe ich diese momentan eher im Bereich einer verstärkten Tourismusarbeit für Bonn und die Region, als in der Wahrnehmung des Kongressgeschäftes für Bonn. Inwieweit die T&C weiterhin auch in diesem Bereich ein Bindeglied von Bonn und der Region darstellen kann, gilt es mit allen Partnern noch vertieft zu eruieren.

Wenn wir in Bonn – um im Bild zu bleiben – unsere Hausaufgaben erledigt haben, das WCCB in Betrieb ist und wir uns besser aufgestellt haben, wenn in Bonn und der Region das Bewusstsein wächst, dass ein starker Kongressstandort Bonn zum Wohle der gesamten Region ist, könnte die T&C mittelfristig diesbezüglich wieder eine bedeutendere Rolle spielen.


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27 Kommentare

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17.03.2012 Larry
Also Pressefreiheit ja, aber alles hat ja Grenzen! Hunde einschle4fern, nur weil sie ne tmmtisebe Rasse sind? Und was ist mit dem lieben Rotti, der so brav sein Frauli jeden Tag begleitet! Die alte Dame, die ihn schon fcber 10 Jahre hat und fcber alles liebt? Weg nehmen? Den Familienmitglied tf6ten? Weil er ein Kampfhund ist?!? Das ist doch ne Frechheit. Ich hab nen Hund- 5 kilo Hund vor demb4haben manche Menschen auch schon Angst wegen dieser Hetze die zur Zeit in Medien so modern ist! Ein 5kg Hund muss ich zur Seite ziehen und mich davor stellen, damit ein Kind, das panische Angst hat, vorbeigehen kann ohne in die Hose zu machen! Gratuliere, sowas haben die Eltern, die den Medien so alles glauben, erreicht. Sie erziehen neuen Generation Hundehasser und alles nur dank Medien. Wie wird es in 100 Jahren ausschauen? Alle Tiere tot, nur weil sie im Weg stehen, gefe4hrlich oder nutzlos sind?Und das schlimmste sind sogenannten Journalisten die fcber ein Thema schreiben, wo sie NULL Ahnung haben. Zuerst informieren, recherchieren und dann Mund auf! Im Fall von Frau CH.T. am Besten einfach nur Mund zu und ab nach Hause!

16.03.2012 dwkqyjzmz
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14.03.2012 Bibby
Hallo Karla,habe heute die Afghanische Reise von Roger Willemsen fertiggelesen und will Dir hericbten. Ich fand es wunderbar. Es hat mich an die Hand genommen und ein mir fremdes Land naehergebracht. Ich durfte es sehen, riechen, hoeren kurz gesagt: sinnlich erleben. Durch Rogers Augen, die sehr praezise beobachten. Gerade weil es auch so beobachtend geschrieben ist und nicht gefuehlsduselig, hat es in mir eigene Gefuehle und Bilder geweckt. Ich habe vorher die Interviews mit Ex-Haeftlingen aus Guantanamo von ihm gelesen und dann erst gehoert, dass die Idee zu diesem Buch von seiner Reise durch Afghanistan geweckt wurde. Falls Du also beide Buecher noch nicht gelesen hast, wuerde ich Dir empfehlen, erst die Reise und dann die Interviews zu lesen. Aber die Buecher bauen nicht aufeinander auf andersherum macht also auch nichts.Ach so, dass ich schon vorher ein Roger-Fan war, muss ich wohl nicht mehr erwaehnen, oder? Wenn ich es aber noch nicht gewesen waer, dann waer ich ihm spaetestens jetzt voellig verfallen!Viel Spass beim Lesen. Und lass mich wissen, ob Du eines oder beide Buecher von mir leihen willst.Lieben Gruss,Miriam

14.03.2012 mmyxzzvtck
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