Konzept "Masterplan Klimaschutz
Ratskoalition stellt umfangreiches Konzept für einen „Masterplan Klimaschutz“ vor
Ein Beitrag von Dr. Klaus-Peter Gilles, Fraktionsvorsitzender und Wolfgang Maiwaldt, Obmann der CDU-Fraktion im Umweltausschuss
Die CDU-Ratsfraktion hat kürzlich zusammen mit ihrem Koalitionspartner von den Grünen in einer Pressekonferenz ein umfangreiches gemeinsames Konzept für einen „Masterplan Klimaschutz“ Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.
Vor dem Hintergrund des – global wie lokal dramatischen – Klimawandels wollen wir erreichen, dass sich die Bundesstadt Bonn in einem partei- und institutionsübergreifenden Konsens dieser Herausforderung stellt und einen kommunalen Masterplan Klimaschutz entwickelt. Wenn die Erwärmung der Erdatmosphäre auf maximal zwei Grad beschränkt werden soll, liegen die Schlüssel dafür auch in unserer Hand, nicht nur woanders.
Städte und Gemeinden in der Pflicht
Den Städten und Gemeinden Deutschlands kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, denn ihre Emissionen tragen erheblich zum Klimawandel bei. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, der urbane Raum ist für drei Viertel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Das ist eine stolze Zahl, die zum Handeln auffordert. Kommunaler Klimaschutz ist deshalb einer der wichtigsten Hebel zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen, die weltweit immer noch neue Rekorde erreichen.
Bonn hat Vorbildfunktion
Der Bundesstadt Bonn kommt als Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen und als Mitglied des auch in Bonn mit dem Weltsekretariat beheimateten ICLEI-Städtenetzwerks (International Council for Local Environmental Initiatives) dabei eine wichtige Vorbildfunktion zu. Die Stadt Bonn ist sich dieser Verantwortung bewusst und hatte sich als Mitglied des Klimabündnisses der Städte verpflichtet, bis zum Jahr 2010 die CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 1987 um 50% zu senken. Mehrmals wurden CO2-Bilanzen zur Abschätzung der Emissionen in Bonn erstellt.
Seit 2003 nimmt die Stadt Bonn auch am European Energy Award (EEA) teil. Auf Basis der Auditergebnisse des EEA wurde 2007 ein Aktionsprogramm Klimaschutz aufgestellt, durch das eine Reihe von Maßnahmen initiiert wurde. Anfang 2011 ging die neugeschaffene Bonner Energieagentur an den Start, der eine wichtige Funktion vor allem beim Klimaschutz im Gebäudebereich zukommt.
Bonn setzt sich neue Ziele
Mit der Veröffentlichung des 4. Berichtes des International Panel on Climate Change ist klar geworden, dass der Klimawandel sich schneller vollziehen wird, als noch vor wenigen Jahren prognostiziert. Die Notwendigkeit, ambitionierte Klimaschutzziele festzulegen und umfassende Maßnahmen zu deren Erreichung zu ergreifen, erweist sich heute als noch dringender als zur Zeit der Gründung des Städtebündnisses.
Nach dem Vorbild der Bundesregierung und unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der Klimaforschung soll sich die Stadt Bonn deshalb verpflichten, die CO2-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um 90 bis 95 % gegenüber 1990 zu senken. Als mittelfristiges Ziel wird eine Reduzierung der Emissionen um 40 % bis 2020 angestrebt.
Regionale Kooperation unerlässlich
Diese ehrgeizigen, aber notwendigen Ziele erfordern ein ambitioniertes, gut geplantes Vorgehen. Handlungsbedarf für Bonn ist auch durch den Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ der Deutschen Umwelthilfe deutlich geworden. Wie die Ergebnisse der Studie Energieregion Rhein-Sieg zeigen, ist das Ziel einer CO2-freien Energieversorgung erreichbar. Für seine Realisierung ist jedoch eine regionale Kooperation unerlässlich, da nur in der Region die Flächen bereitstehen, die zur Energieerzeugung z.B. aus Windkraft und Biomasse benötigt werden. Die Stadt Bonn wird daher den Masterplan Klimaschutz in enger Zusammenarbeit mit dem benachbarten Rhein-Sieg-Kreis konzipieren. Anders geht es nicht. Unser Leitbild ist dabei eine sichere, bezahlbare, klimaverträgliche und wettbewerbsfähige Energieversorgung. Das sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig. Als CDU müssen wir verantwortlich mit der Schöpfung umgehen und sie bewahren. Alles andere wird christlicher Politik nicht gerecht.










